Länderinformation Südafrika

Südafrika ist seit 1996 eines der Schwerpunktländer des Bundeministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) und bedeutendster Kooperationspartner in Subsahara-Afrika. Im Rahmen der WTZ stehen neben Themen zur Umweltforschung und Nachhaltigkeit wie Wasser, Energie, Biodiversität und anderen auch technologische Entwicklungen im Vordergrund. Dabei wird die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und des Kapazitätsaufbaus in südafrikanischen Universitäten besonders unterstützt. So besteht seit 16 Jahren eine offizielle Kooperationsvereinbarung zwischen dem Department of Science and Technology (DST) und dem BMBF. Damit ist Deutschland aus Sicht des südafrikanischen Forschungsministeriums nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Partner und somit von besonderer strategischer Bedeutung in diesem Themenbereich. Ausdruck der Bedeutung der wissenschaftlichen Kooperation beider Länder ist das deutsch-südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013 (http://www.deutsch-suedafrikanisches-wissenschaftsjahr.de/start.html). Das Jahr wurde von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan und ihrer südafrikanischen Amtskollegin, Naledi Pandor, Ministerin für Wissenschaft und Technologie, initiiert. Frau Pandor übergab das Ministeramt im Oktober 2012 an ihren Nachfolger Derek Hanekom.

Südafrikas erklärtes Ziel bleibt die Entwicklung von einer rohstoff- zu einer wissensbasierten Wirtschaft. Dabei sollen Forschung und Entwicklung eine Hauptrolle spielen. Insgesamt hat sich die südafrikanische Regierung weitreichende und ambitionierte Transformationsprozesse und Reformen auf die Fahnen geschrieben. Die Forschungsschwerpunkte orientieren sich weiterhin an der Forschungs- und Entwicklungsstrategie von 2002 sowie dem 10-Jahres-Innovationsplan 2008-2018. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf folgenden Fachgebieten: Biotechnologie, Gesundheit, Raumfahrt, Astronomie, erneuerbare Energien, globaler Wandel (Biodiversität, Antarktisforschung, Erdbeobachtung, Geoforschung, Klimawandel), Humanentwicklung sowie Nanotechnologie. Südafrikas Zukunftspläne in der Forschung sind ambitioniert. Südafrika verfügt über eine diversifizierte und expandierende Forschungsinfrastruktur, die sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen umfasst.

Für den Zeitraum von 04/2010 bis 03/2013 sind Wirtschaftsförderungsprogramme in der Größenordnung von ZAR 3,6 Mrd. vorgesehen, um das Land von einer ressourcenbasierten Wirtschaft hin zu einer wissensbasierten Wirtschaft zu entwickeln. Unter anderem soll mit diesen Mitteln der zweite so genannte Industrial Policy Action Plan (IPAP 2) finanziert werden, von dem sowohl die Industrie (insbesondere Automobil- und Textilbranche), aber auch kleine und mittlere Unternehmen profitieren sollen.

Für Südafrika zentrale, CLIENT-relevante Themenfelder sind Energie und Wasser: Maßgebliche Vorgaben der südafrikanischen Regierung zur Energieversorgung und zu geplanten Investitionen lassen sich im Integrated Resource Plan for Electricity 2010-2030 (IRP) finden, der kürzlich vom Kabinett verabschiedet wurde. Außerdem soll er der Südafrika drohenden Energieknappheit der kommenden Jahre entgegenwirken. Nach Überwinden der Rezession könnte es wieder zu steigender Nachfrage und damit zu Engpässen in der Stromversorgung kommen. Sowohl die Industrie als auch private Haushalte werden dazu angehalten, ihren Verbrauch zu reduzieren.
Neben der Energieknappheit ist nun Wasserknappheit eine der kritischen Herausforderungen für Südafrika. Dabei spielt nicht nur der Mangel an Wasser per se, sondern ebenso der Umgang mit der Ressource eine wichtige Rolle. Zu den zentralen Problemen zählen die steigende Nachfrage, die Gewässer-Verschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie, insbesondere durch Bergbauminen, sowie die teils unkontrollierte Wasserentnahme.
Die Problematik der Bergbaufolgeschäden ("Acid Mine Drainage", AMD) machte im Jahr 2010 wiederholt Schlagzeilen. Ein offizieller Bericht mit entsprechenden Empfehlungen einer einberufenen Fachkommission der südafrikanischen Regierung wurde dazu im März 2011 veröffentlicht.

Mit seinen reichen Rohstoffvorkommen und seiner geografischen Lage gilt Südafrika als natürliches Labor und Explorationsfeld für Geowissenschaftler. Südafrika gehört zu den afrikanischen Ländern mit den meisten natürlichen Ressourcen, insbesondere bei Mineralien. Seine dominierende Rolle auf dem Gold- und Diamanten-Weltmarkt sichert eine kontinuierliche Wirtschaftskraft. Die heutige Gold-Fördermenge von 600 Tonnen pro Jahr entspricht etwa 30 Prozent der weltweiten Fördermenge. Südafrika ist der größte Einzelproduzent von Mangan, Chromerz, Vanadium und Vermicillin und fördert zusätzlich auch große Mengen von Uran und Platin.

Allgemeine Informationen zu Südafrika finden Sie unter:
http://www.kooperation-international.de/buf/suedafrika.html


© BMBF 26.03.2013 15:09:00 - Alle Rechte vorbehalten.