Länderinformation Vietnam

Mit der marktwirtschaftlichen Liberalisierung von 1986 (Doi Moi-Reformprozess) an begann eine dynamische Entwicklung der vietnamesischen Wirtschaft, die zunächst auf die Landwirtschaft fokussiert, allmählich auch andere volkswirtschaftliche Sektoren einschloss. In den letzten beiden Jahrzehnten verzeichnete Vietnam ein nahezu kontinuierliches Wirtschaftswachstum von über 6 Prozent pro Jahr. Zu dem dynamischen Wachstumspfad trägt nicht zuletzt die relativ junge Bevölkerung bei (30 Prozent sind unter 14 Jahren und nur etwa 6 Prozent über 65 Jahre). Die Bevölkerung wächst moderat um 1,2 Prozent pro Jahr, bei einer Gesamtbevölkerungszahl von ca. 87 Millionen auf einer Landesfläche von 331.000 km² (Zum Vergleich: Deutschland hat 82 Millionen Einwohner bei einer Gesamtfläche von 357.000 km²).

Das wirtschaftliche Wachstum war bislang vor allem getrieben durch einige wenige Agrarprodukte, vor allem Reis, Kaffee, Kautschuk und Fisch, die Förderung von Erdöl, Erdgas sowie Kohle und das verarbeitende Gewerbe, insbesondere Textilien und Schuhe. Um das hohe Wirtschaftswachstum zu verstetigen, muss sich Vietnam von einem Land billiger Arbeitskräfte und der Nutzung natürlicher Ressourcen ohne besondere Veredelung, hin zu einer innovationsgetriebenen Volkswirtschaft entwickeln. Dafür müssen Forschung, Entwicklung und Technologie erheblich ausgebaut werden, um die Innovationskraft und die technologische Leistungsfähigkeit des Landes zu verbessern.

Dies gilt nicht nur vor dem Hintergrund Wertschöpfungsketten zu verbessern und damit den Wohlstand des eigenen Volkes zu erhöhen, sondern auch um die umweltpolitischen Herausforderungen im eigenen Land zu meistern. Vietnam hat einen rasch steigenden Bedarf an Primärenergie, der mittelfristig vor allem durch Kohle und Wasserkraft gedeckt werden soll. Beide Energieträger verursachen erhebliche Umweltschäden. Der Ausbau der Wasserkraft und die massive Expansion von landwirtschaftlichen Flächen auf marginale Steilhanglagen – nicht zuletzt ausgelöst durch den stetig steigenden Fleischkonsum und die damit wachsende Nachfrage nach Mais als Futtermittel, trägt zu einer großflächigen Degradation natürlicher Ressourcen bei, die negative Folgen für eine nachhaltige Wasserversorgung und das Potential von Wasserkraft haben kann. Darüber hinaus leidet Vietnam zunehmend unter den Folgen des Klimawandels in Form von verstärkt auftretenden Extremwetterereignissen (Dürren, Überschwemmungen, Taifune) und einem Anstieg des Meeresspiegels, der mittelfristig zu einer Versalzung von fruchtbaren Böden, vor allem im Mekong-Delta, führen kann.

Für einen nachhaltigen Wachstumspfad ist daher die Kooperation im Bereich von Umwelttechnologien für Vietnam von besonderem Interesse. Die Forschungskooperation zwischen Vietnam und Deutschland im Bereich Wasser- und Umwelttechnologien stellt bereits seit Anfang des letzten Jahrzehnts eine wichtige Säule in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit dar, von der auch die deutsche Wirtschaft profitiert. Mehrere umfangreiche bilaterale Forschungsvorhaben im Bereich dezentraler Wasserversorgung und Abwasserreinigung werden zurzeit vom BMBF in Vietnam gefördert. Die BMBF-Fördermaßnahme CLIENT trägt zu einer Vertiefung und Verstetigung der bilateralen Zusammenarbeit in diesen Zukunftsmärkten bei.

Allgemeine Informationen zu Vietnam finden Sie unter:
http://www.kooperation-international.de/buf/vietnam/laenderbericht.html


© BMBF 26.03.2013 15:09:00 - Alle Rechte vorbehalten.